Historie

Die Nähstube – wie es begann

Als im Herbst 2015 die vielen Flüchtlinge aus Syrien nach Deutschland kamen, fanden sich in Bad Honnef einige Frauen zusammen, um für die Frauen unter den Flüchtlingen ein Angebot zu schaffen. Unter dem Dach der AWO vereinbarten sie die Gründung einer AWO-Arbeitsgemeinschaft mit dem Titel „Internationale Nähstube“. Am 24.09.2015 stellten sie ihre Idee der Öffentlichkeit vor und baten um Spenden: Stoffe, Nähzubehör, Nähmaschinen usw. Riesige Mengen an Stoffen und Handarbeits- und Nähmaterialien wurden von Honnefer Bürgerinnen und Bürgern gespendet und im AWO-Laden „Jacke wie Hose“ abgegeben.

Kurz nach der Eröffnung kam Bürgermeister Otto Neuhoff mit Nadine Batzella vom Fachdienst Soziales zu Besuch, von links: Lilo Zastrow, Inge Ivan, Nadine Batzella, Brigitte Meyer auf der Heide, Otto Neuhoff, Ingrid Conrady, Hevin Heelemann.


Von der Stadtverwaltung, die das Vorhaben vom ersten Tag an begrüßte und unterstützte, wurde der Werkraum der KASch (Konrad Adenauer-Schule) kostenlos zur Verfügung gestellt. In einem förmlichen Vertrag wurden alle Einzelheiten der Überlassung festgehalten.
Auch die Evangelische Kirchengemeinde und die Caritas unterstützen das Projekt bis heute.

Am 19.10.2015 fand die Eröffnung der Internationalen Nähstube statt, die von da an jeden Montag Nachmittag, außer an Feiertagen und in kleinen Ferienpausen, von 14:30 bis 17 Uhr geöffnet hat.

Ziel des Projekts war und ist die Integration ausländischer Frauen in unsere Gesellschaft durch das Angebot zum gemeinsamen Nähen und Handarbeiten. In der Nähstube sind alle Frauen willkommen, egal woher sie kommen. Syrische Frauen, zum Teil mit ihren Kindern, sind in der Mehrzahl, aber es kamen und kommen Frauen aus asiatischen und afrikanischen Herkunftsländern, auch aus Südamerika und natürlich Europa.

Im Oktober 2015 überreicht Brigitte Meyer auf der Heide Petitionen der Honnefer Flüchtlingshilfe an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Landtag von Nordrhein-Westfalen.

Von Anfang an ist jeden Montag eine Dolmetscherin für die Sprachen des Nahen Ostens anwesend.

In der Nähstube besteht ein vorbehaltloses Angebot zum gemeinsamen Tun, das in gemeinsame Erfolgserlebnisse und persönliches Kennenlernen mündet. Wir stellen Produkte, wie Stofftaschen, Kissenbezüge, gestrickte und gehäkelte Topflappen usw., aus geschenkten Materialien her, die wir im AWO-Buch-Café, der St. Martin-Apotheke, auf Basaren und Weihnachtsmärkten gegen Spenden abgeben. Wir konnten unsere Produkte im Rathaus, bei R(h)einspaziert, dem Fest der Lebensfreude und anderen öffentlichen Veranstaltungen präsentieren. Wir haben einen guten Ruf durch die Vielseitigkeit, Qualität und Schönheit unserer Produkte, dadurch fördern wir die gegenseitige Akzeptanz und Anerkennung auch in der Bevölkerung.

Die ersten Stofftaschen sind fertig: Es freuen sich mit: Pfarrer Uwe Löttgen-Tangermann,
Dr. Beate Schaaf und Cigdem Bern für die Stadt Bad Honnef.

Seit 2016 läuft unsere Taschen-Aktion, in der wir unter dem Motto „Stoff statt Plastik“ einfache, stabile Stofftaschen unterschiedlichster Größe nähen, ausschließlich aus vorhandenen, geschenkten Materialien, die wir gegen eine Spende von ca. 5 € abgeben.

Unsere Spendenerlöse geben wir überwiegend in Bad Honnef weiter, so an die Honnefer Tafel, Bündnis Familie, Stadtjugendring, Kindergärten, Förderverein Senioren-Vertretung, Frauenhäuser und an die Sri Lanka-Hilfe, ein Projekt in Kenia und eine Klinik für Genitalverstümmelung bei Frauen.

Internationale Nähstube
im Werkraum der ehemaligen Konrad Adenauer-Schule (KASch)
Rheingoldweg 16 oder von der Bergstraße aus,
53604 Bad Honnef.

Initiatorin und Leitung der Internationalen Nähstube:
Brigitte Meyer auf der Heide,
E-Mail: meyerheide@web.de.

Team:

Dr. Ulla Gundlach, Heike Wieprich, Susanne Meyer auf der Heide, Dorothee Schmickler, Barbara Berger, Lotte Schöppner, Viola Thesing, Lilo Zastrow.

Ehrenamtliche Dolmetscherin:

Hevin Heelemann.